Problemhundtherapie
Ein Fehl-/Problemverhalten besteht zunächst immer nur aus der Sicht des Hundehalters. Aus der Sicht des Hundes ist das Verhalten völlig normal und absolut notwendig. Fehl-/Problemverhalten entsteht nicht plötzlich sondern kündigt sich über einen längeren Zeitraum an. Aber da der Mensch häufig dazu neigt, den Hund als Ersatz für Freund, Partner oder Kind zu betrachten und ihn zu vermenschlichen, ist er oft nicht in der Lage, die Signale des Hundes zu verstehen oder auch
nur wahrzunehmen. Oft wird der Hund mit menschlichen Eigenschaften wie Liebe, Treue, Loyalität, einer menschlichen Form von Intelligenz belegt. Dadurch wird er mit Erwartungen konfrontiert, denen er einfach nicht gewachsen ist. Der Hund wird nicht als das gesehen, was er ist, nämlich ein ochsoziales, jedoch primitives (nicht dummes!) Raubtier. Man setzt z. B. einfach voraus, dass dieses auf sein Rudel angewiesene Tier versteht, warum man es täglich stundenlang allein lässt und dass es ja wissen wird, dass man
wiederkommt, wundert sich dann aber über die zerlegte Wohnungseinrichtung oder die Beschwerden der Nachbarn über das Dauergebell aus der Wohnung. Der Hund lebt im Hier und Jetzt und weiß in der Momentaufnahme nur: Mein Rudel hat mich im Stich allein gelassen! (Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Natürlich muss der Hund einige Stunden allein bleiben können, aber nur über einen gewissen Zeitraum und es muss ihm beigebracht
werden.)
Sicherlich haben auch Hunde Gefühle, aber auf einer ganz anderen Ebene, als wir Menschen. Wenn dies zu Fehl-/Problemverhalten führt, dann muss der Mensch UMDENKEN. Egal, ob Fehlverhalten wie Leineziehen und Dauerbellen oder schon Problemverhalten wie Aggression gegen Artgenossen oder Menschen, egal, ob der Hund schon Jagderfolge hatte oder nur beweglichen Objekten hinterherhetzt, ob er extrem verängstigt oder nur sehr schreckhaft ist, leidet er unter Trennungsängsten
oder hat er vielleicht schon Stereotypien entwickelt. Um dem Hund in seiner Situation zu helfen ist immer ein UMDENKEN des Menschen erforderlich.
Jede Therapie setzt ein Beratungsgespräch voraus, welches bei Ihnen vor Ort stattfindet. Nur dort bin ich in der Lage, die Ursache für das Problem Ihres Vierbeiners zu erkennen. Sollte bei Ihrem Hund der Verdacht auf eine organische Erkrankung vorliegen, müsste dies zunächst tierärztlich abgeklärt werden. Es macht keinen Sinn, mit einem Hund zu arbeiten, der unter Schmerzen leidet oder auf
Grund einer Stoffwechselstörung medizinisch eingestellt werden müsste, um nur
zwei Beispiele zu nennen. Sollte ein Fehl-/Problemverhalten auf Grund mangelnder oder negativer Prägung entstanden sein, kann möglicherweise eine längerfristige Therapie nötig werden. Nicht therapieren kann ich, wenn der Hundehalter nicht Willens oder in der Lage ist, die gemeinsam erarbeiteten Therapieschritte umzusetzen. Nach Ende der Therapie findet ein abschließender Hausbesuch statt, in welchem nochmals die Möglichkeit besteht, neu entstandene Fragen zu klären oder auch unterstützend zu schauen, ob sich
im Alltag vielleicht doch noch mal das eine oder andere Problem in der Umsetzung eingeschlichen haben könnte.
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