Arbeitsweise

Immer wieder können wir einen harten Umgangston vom Hundehalter zu seinem Hund feststellen. So oft hört man ein harsches "Nein", dass man denken könnte, das sei der Name des Hundes. Meistens folgt diesem Wort der Leinenruck auf dem Fuße. Dabei sollte man den Hund doch eher loben für das, was er richtig macht, bevor man ihn straft für das, was er falsch macht. Der Mensch hat die Intelligenz, an dieser Stelle umzulernen. Das wird das Lernumfeld für den Hund wesentlich positiver gestalten, was das Lernen selbst erheblich erleichtert und beschleunigt.

Die Therapie findet in erster Linie am Hundehalter statt; erst wenn er umdenkt und sein Verhalten ändert, kann sich auch der Hund in seinem eigenen Verhalten ändern. Gemeinsam mit Hund und Halter erfolgt dann die Umsetzung und Festigung des erwünschten Verhaltens. Ziel ist es, den Umgang des Hundehalters mit seinem Hund so umzustellen, dass der Hund seinem Menschen versteht und ihm vertrauen kann.

Ich benutze keine Starkzwangmittel wie Stachel-, Sprüh- und Elektrohalsbänder. Ebenso verzichte ich auf den Einsatz von anderen technischen Hilfsmitteln wie Haltis, Würgehalsbänder, Clicker u.ä. Bei der Arbeit mit dem Hund gibt es weder Leinenruck, noch Geschrei oder Gebrüll. Der Hund wird nicht auf den Rücken gedreht oder sonst gewalttätig bestraft.

Ich erzeuge kein Meideverhalten am Hund, (d.h., der Hund wird nicht - durch aus Hundesicht - unangemessene Handlungen verunsichert, damit er ein unerwünschtes Verhalten unterlässt), da dies seine Konflikte nicht löst. Ungelöste Konflikte können mitunter den Charakter einer "tickenden Zeitbombe" annehmen, denn man weiß nie, wann, wo und wie sie an gleicher oder ggf. sogar anderer Stelle wieder aufbrechen. Anstatt dessen biete ich dem Hund eine Alternative zu seinem bisherigen Verhalten an und zeige ihm, dass dieses neue Verhalten für ihn lohnender ist.

Die Arbeit am Hund erfolgt nonverbal, also sprachlos über Körperaktionen. Der Hund reagiert grundsätzlich besser auf Körperaktion und ist darauf angewiesen, seine Aufmerksamkeit auf seinen Menschen zu richten. Außerdem wird die Therapie nicht durch möglicherweise negativ behaftete Ausdrücke gestört. Diese Art der Arbeit ist ruhig und direkt.

Ich mache mir dabei die breit gefächerte Kommunikationsfähigkeit des Hundes sowie seine grundsätzliche Eigenmotivation, aber auch sein Triebverhalten zu nutze, und zwar ausschließlich positiv. Das bedeutet, der Hund wird nicht für Fehler bestraft, sondern kann sich für erwünschtes Verhalten selbst belohnen. Die wichtigsten zu nutzenden Triebe sind der Futter-, Rudel-, Beute- und Territorialtrieb.

 

Wenn ein Hund nur darf, wenn er soll, aber nie kann, wenn er will, dann mag er auch nicht, wenn er muss. Wenn er  aber darf, wenn er will, dann mag er auch, wenn er soll und dann kann er auch, wenn er muss. Denn merke: Hunde die können sollen, müssen wollen dürfen!!!!!

(Graffiti an einem U-Bahnhof in Berlin)

 

 

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